Rennrad

Ausblick 2016

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Um meine Pläne für 2016 verstehen zu können will ich erstmal einen Blick zurück auf 2015 geben. Ein absolut wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Jahr bisher, in meinem Leben. Es ging los mit dem Abschluss meiner Ausbildung als Fachinformatiker, ging dann weiter mit dem daraus folgenden Job wechsel und endete mit dem Zusammenziehen mit meiner Freundin.

Zwischendurch bin ich letztes Jahr trotzdem noch ein wenig zum Radfahren gekommen. Insgesamt ca 3400km. Für die meisten ist das nicht viel. Für mich ist das zumindest für das Jahr angemessen, da die Schwerpunkte anders verteilt waren. Trotzdem muss ich für mich rückblickend sagen, dass es auch sportlich für mich ein großes Jahr war. Die wenige Trainingszeit konnte ich sehr effizient nutzen und deswegen trotzdem meine Ziele erreichen. Das ging los mit dem Rennen in Hockenheim wo ich mein 200 Km Ziel erreicht habe und ging dann weiter mit den 24h Rennen in Zandvoort und danach der verregneten Eifel. Zum Schluss stand dann noch die Ardennen-Achterbahn in Spa an, welche ich leider nicht mit guten Erinnerungen verbinden kann, da es mir generell an dem Tag sehr schlecht ging. Zusammengefasst war 2015 ein Jahr in dem ich für mich die ersten richtigen Langstrecken-Erfahrungen machen konnte.

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Jetzt aber zum eigentlichen Thema. 2016 wird davon geprägt sein, weiter in Richtung Langstrecke zu arbeiten. Das bedeutet ich werde mir wieder Strecken und Rennen zusammenstellen bei denen ich möglicht viele Kilometer sammeln muss. Hockenheim findet dieses Jahr leider nicht statt aber als Ausgleich wäre vielleicht Bonn-Eupen-Bonn eine neue Herausforderung und auch deswegen von Interesse weil es dort bestimmt eine vollkommen andere Atmosphäre gibt als bei den Veranstaltungen die ich bisher gefahren bin.

Rad am Ring steht auch wieder ganz fest in meinem Terminplan. Ziel wird es dieses Jahr die Top 10 in der Altersklasse zu erreichen, nachdem wir diese letztes Jahr um eine lächerliche Runde verpasst haben. Gerne würde ich mir auch mal Rund um Köln ansehen und dann gegen Ende der Saison begleiche ich vielleicht noch meine Rechnung mit der En-Rouge in Spa.
Ganz aktuell sieht es so aus, dass ich mit dem Training wieder angefangen habe. Ich wechsel dabei zwischen Spinning und Zwift. Neben dem Beruf & Haushalt komme ich zwar zu weniger Training als ich gerne hätte aber das was schon immer für mich gilt: Ich fahre dann und das was mir Spaß macht. Ich muss damit kein Geld verdienen oder irgendwelche Rennen gewinnen. Mir geht es einfach nur darum Spaß zu haben.

Zusammenfassend versuche ich 2016 wieder Langstrecke zu fahren und immer größere Ziele zu erreichen.

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Rad am Ring 2014

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Pre-Race

Es ist Freitag Morgen. Wir stehen samt Mietwagen in meiner Einfahrt und haben es gerade so geschafft alles in den Kofferraum zu laden. Der Mietwagen ist zwar kleiner als gedacht (ein Kia Carens) ist aber sonst perfekt ausgestattet für die Fahrt zum Nürburgring. Nachdem das Navi uns umständlich zur Nordschleife navigiert hat waren wir trotzdem noch sehr pünktlich vor Ort. Die Mitarbeiter hatten leider weniger Ahnung vom Ablauf. Trotzdem sind wir gegen deren Anordnung schon bis zum richtigen Parkplatz vor gefahren und haben dort die restliche Stunde bis zur Öffnung des Fahrerlagers gewartet, immerhin waren wir ja nicht zum ersten mal dort.
Pünktlich konnten wir so in das Fahrerlager einfahren und unsere Box beziehen. Besser ausgerüstet als in den Jahren zuvor waren wir jedenfalls. Erfahrung macht sich bei 24H Rennen bezahlt! Dieses Jahr hatte wir nicht nur an Kleiderbügel zum trocknen der Trikots gedacht (die wir in der Regenschlacht letztes Jahr natürlich vergessen hatten) sondern hatten noch ein Kochfeld, einen Laptop zur Zeitmessung und Funkgeräte zur besseren Kommunikation dabei. Für nächstes Jahr wissen wir jetzt, dass die Kommunikation über Funkgeräte so gut funktioniert, dass wir den Laptop auch hätten weglassen können.
Auf dem Laptop hatten wir ein Excel Tool laufen mit dem wir unsere wechsel Strategie besser im Blick halten konnten. Das beste Feature des Tools ist allerdings, dass man eine Prognose bekommt zu welcher Zeit der aktuelle Fahrer zum wechsel wieder reinkommt. Gerade für unsere Ein-Frau-Boxencrew sollte dies eine riesen Erleichterung sein. Da wir aber die Funkgeräte dabei hatten konnten wir immer ab der Start-Ziel Gerade einfach kurz durchfunken und der wartende Fahrer hatte dann immer noch genug Zeit um sich fertig zu machen.
Eine weitere Neuerung dieses Jahr war, dass wir eine Rolle zum Ausfahren dabei hatten. Also nach jeder Runde ging es für 5 bis 10 Minuten auf die Rolle um bei einer hohen Kadenz ohne viel Druck das restliche Laktat aus den beanspruchten Muskeln zu spülen.
Nach dem aufbauen haben wir uns noch die Taktik geeinigt. Philipp wollte den Start fahren und dann haben wir uns vorgenommen tagsüber nach jeder Runde und Nachts nach jeder zweiten Runde zu wechseln.

 

Race-Day

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zur Fahrerbesprechung gegangen. Dort haben wir noch Joas getroffen. Später auf dem Weg sind uns dann noch Christian und Markus vom Velohome Podcast entgegen gekommen. Sehr schön endlich mal einige Menschen hinter den Twitter Namen kennen zulernen.
Danach ging es auch schon in die direkte Rennvorbereitung. Philipp machte sich auf den Weg in die Startaufstellung und ich machte mich allmählich fertig für meine erste Runde.
Der erste Wechsel verlief dann direkt erstmal nicht so gut. Das Funkgerät von Philipp hatte nicht funktioniert und so stand noch niemand draußen bereit. Wenigstens war ich schon fertig umgezogen. Also schnell raus. Transponderflasche einstecken und raus auf die Nordschleife.
Boxengasse raus, Links, Rechts, kleine Welle überfahren, Links runter in den Hatzenbach und erstmal den Speed genießen. Der Tacho geht hoch, 40, 50, 60 70km/h, dann die Welle am Flugplatz wegtreten (in den ersten Runden merkt man die ja kaum…) und wieder die Abfahrt genießen. Irgendwann den Rechtsbogen zur Fuchsröhre fahren, klein machen und gegenüber die Steigung hochrollen. Dann einige langsamere Abschnitte treten und ab der Spiegelkurve wieder auf den Lenker legen und durch die dreifach-rechts jagen. Vor Wehrseifen dann das erste mal kurz anbremsen und danach Ex-Mühle hoch, oder wie ich es gerne nenne der „Kettenspringerberg“. Nirgendwo sonst sieht man so oft Rennradler stehen, die sich verschaltet haben oder deren Kette abgesprungen ist. Ab hier heißt es dann Rhythmus finden und bis zur Hohen-Acht hochfahren. Danach hat man es dann eigentlich schon geschafft, nur noch den letzten welligen Streckenteil wegtreten, hoffen auf der Döttinger Höhe eine passende Gruppe zu finden und dann noch die 5 Minuten der GP-Strecke bewältigen. Dabei natürlich nicht vergessen auf Start/Ziel zu funken, dass man gleich an der Box steht und gerne den Transponder loswerden würde.
Endlich fällt die Anspannung vor dem Rennen, endlich durfte man wieder durch die Nordschleife fahren, jetzt heißt es regenerieren, der nächste Stint kommt früher als einem lieb ist.
Meine Strategie zwischen den Stints war diesmal so, dass ich mich immer noch kurz auf die Rolle gesetzt habe und danach habe ich mich entweder von unserem Physio-Team durchkneten lassen, habe etwas gegessen oder mich einfach nur auf mein Bett gelegt und entspannt. In den letzten Jahren, als ich noch im 4er Team unterwegs war, blieb dafür deutlich mehr Zeit. Gemütlich zu Subway laufen oder einfach mal eine halbe Stunde die Atmosphäre an der Strecke genießen waren dieses Jahr nicht mehr drin. Die Zeit zwischen den Stints verging wie im Flug. Kaum war man von der letzten Runde etwas heruntergekommen, ging es auch schon wieder raus auf die Strecke.
Bis zur ersten Doppelrunde, die ich fahren sollte, lief alles perfekt nach Plan und wir standen zwischenzeitlich auf Platz 53. Als ich nach der ersten Runde des Doppelstints dann zum Flaschen nachfüllen rein kam merkte ich aber schon das ich ziemlich fertig war und die zweite Runde sehr hart werden wird. Genauso kam es dann auch und ich konnte die zweite Runde nur sehr schwer beenden, brauchte 1:20h und kam völlig entkräftet wieder in der Box an. Mir war direkt klar, dass ich mehr als 2 Stunden Pause brauchen würde und habe mich direkt hingelegt und etwas geschlafen. Nach ca. 5 Stunden wurde ich dann wieder wach als Philipp gerade wieder auf eine Runde ging und habe erfahren, dass er nach seinem Doppelstint auch erstmal fertig war. Da er aber etwas früher wach geworden ist, fuhr er wieder als erstes.
Mir ging es zwar soweit wieder ganz gut, aber die Luft war erstmal raus. Ich bin dann auf eine lockere Runde mit meiner Freundin gegangen um dann kurz vor Ende die letzte Runde mit Philipp zusammen zu fahren.
Am Ende hatten wir dann 17 gewertete Runden und sind damit auf Platz 77 gesamt und Platz 13 in der Altersklasse gelandet. Ich selbst bin davon 8 Runden gefahren.
Mit der Leistung sind wir für unser 2er Team Debüt recht zufrieden. Klar es hätte besser laufen können, wenn wir die Nacht hätten durchfahren können, Aber viel wichtiger ist meiner Meinung nach, dass es auch hätte viel viel schlechter laufen können.
Was die Taktik angeht haben wir also gelernt, dass man einen Doppel-Stint Nachts nicht so einfach wegsteckt und sich besser darauf vorbereiten muss.
Das Ziel für nächstes Jahr steht fest! Durchfahren und Top 10 in der Altersklasse! Wir kommen jedenfalls wieder!

Speichen LED

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Letztes Jahr bei Rad am Ring sind sie mir das erste mal aufgefallen. Sobald es Nacht wurde fuhren etliche Fahrer mit LEDs in den Speichen über die Nordschleife. Ich wollte das direkt auch haben, denn es sieht einfach nur genial aus!
Zuhause habe ich also direkt im Netz nach passenden Lösungen gesucht, aber nie eine gefunden die mir gefallen hat. Entweder waren die LEDs viel zu groß oder sie sahen nach billigem China Mist aus, der nach 5 Minuten schon den Geist aufgibt. Letztendlich fündig geworden bin ich dann in der Szene der Hardware Hacker, die aus einer Knopfzelle, einem Magnet und einer LED throwies basteln und diese gerne quer in der ganzen Stadt verteilen.

Das Prinzip ist ganz einfach. Man klebt eine LED direkt auf eine Knopfzelle. Mehr nicht. Kann jeder.
Als LEDs habe ich mir rote, superhelle, diffuse 5mm LEDs bestellt und als Knopfzellen kann man ganz normale 3V Zellen benutzen. Die Leuchtdauer einer einzigen Knopfzelle reicht dabei ganz ohne Probleme für 2 bis 3 Nächte bei 24H Rennen. Eine einzelne Speichen LED kostet damit nur wenige Euro und wiegt ca 10g.

Ich habe es so gemacht, dass ich alles mit ISO-Band zusammengeklebt und anschließend an eine meiner Speichen geklebt habe. Ganz einfach, sehr leicht aber ein genialer Effekt beim fahren.

Beim 24H Rennen in Zandvoort konnte ich dann den ersten Praxis Test im Rennen machen. Fazit: Es lohnt sich! Gerade bei 24h Rennen bringt einem eine Speichen LED nicht nur einen optischen Vorteil. Während unsere Boxencrew nachts Probleme hatte unsere anderen Fahrer im Feld zu erkennen war das mit der Speichen-Led an meinem Rad ganz einfach. Man wird einfach auf den ersten Blick im Feld erkannt sodass die anderen Fahrer immer genau wussten an welcher Position ich war und wie viele Runden ich gefahren bin. Bei den Fahrern ohne LED war das nicht immer einfach, gerade im Feld ist es Nachts sehr schwer einen bestimmten Fahrer zu erkennen und so konnten wir oft nur raten wie viele Runden der aktuelle Fahrer schon hinter sich hat.

Falls noch Fragen sind beantworte ich diese natürlich gerne in den Kommentaren.

Immer der Linie nach…

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Jetzt nach meinem Marathon im April geht für mich die Saison auf dem Rennrad wieder los und was kann da mehr motivieren als neues Equipment?  Ich habe schon öfters darüber nachgedacht mir einen GPS-fähigen Tacho zuzulegen doch die Referenz, der Edge 810, war mir immer eine entschiedene Ecke zu teuer und der kleinere Edge 510 hat mir nie so richtig gefallen. Außerdem hört und liest man oft von der schlechten Garmin Software.
Also habe ich mich bei Sigma umgesehen und den Rox 10 gefunden. Mit meinem Rox 9.0 bin ich schon seit einigen Jahren unterwegs und abgesehen von der fehlenden GPS Unterstützung immer sehr zufrieden gewesen.

Nachdem Sigma im Frühjahr lange Lieferschwierigkeiten hatte, ist der Rox dann doch noch bei mir angekommen und ich konnte ihn das erste mal auf dem Renner testen. Im Lieferumfang ist, in dem von mir bestellten Bundle, alles was man für ein Rad braucht: Tacho, Pulsgurt, Speed-Sensor, TF-Sensor und das Ladegerät/PC-Kabel für den Rox. Da ich aber zwei Räder habe, wurde von mir direkt noch der Macro2sx com von o-synce dazu bestellt. Im Gegensatz zum Rox 9.0 bietet Sigma leider kein 2.tes Rad Set mehr an und so wären die Original Sensoren doch recht teuer. Mit dem von o-synce habe ich nicht nur einen günstigeren Sensor sondern brauche auch nur noch einen Sensor für Speed und Kadenz.

ROX_10_OFFICIAL
ROX_10_OFFICIAL

 

Die Konfiguration funktionierte wie gewohnt recht einfach; am PC alle nötigen Einstellungen vornehmen und auf den Rox schicken. Wie auch schon beim Vorgänger hat der Rox einen in drei Abschnitte gegliederten Bildschirm. Oben werden die Grundwerte Puls, Trittfrequenz, Höhe und Steigung gezeigt. Im mittlerem Abschnitt ist groß die aktuelle Geschwindigkeit zu sehen und im unteren Abschnitt ist immer einer der 87 möglichen Werte aktiv. Da es natürlich unpraktisch wäre sich durch so viele Werte zu klicken, muss man sich zwei Favoriten Gruppen mit 10 Werten zusammenstellen.

Ich konnte die Navigation auch schon testen. Hierzu bin ich eine bekannte Strecke in meiner Umgebung nachgefahren. Auch wenn man nur einer Linie auf dem Rox folgt und nicht wie z. B. beim Edge 810 eine vollwertige Karte zur Verfügung hat funktioniert das recht gut. Ich denke man kann damit auch problemlos in unbekanntes Gelände fahren und wird immer die geplante Route finden. Nur bei Umwegen wird es kompliziert, denn verlässt man die eigentliche Route bekommt man auf dem ROX nicht angezeigt wie man wieder auf den geplanten Track zurückkommen kann.  Da ich aber sowieso immer mein Handy dabei habe und dieser Fall wohl eher selten vorkommen wird kann ich gut mit dem Risiko leben und würde notfalls mit dem Handy zurück auf die geplante Route navigieren.

Zuhause angekommen konnte ich, wie gewohnt, den Rox an den PC anschließen und die Trainings-Daten mit dem Data Center auswerten. Das Data Center wird seit vielen Jahren immer wieder weiterentwickelt und ist soweit ganz gut und ohne lange Einarbeitungszeit zu benutzen. Selbst ein Upload des aktuellen Trainings nach Strava funktioniert mittlerweile durch einen einfachen Klick, ohne das man erst das Training manuell exportieren und nach Strava hochladen müsste.

Rox 10
Rox 10

Alles in allem bin ich mit dem ROX zufrieden. Er kann genau das was ich brauche, zeigt mir alle nötigen Werte während dem Training an und könnte dank ANT+ Unterstützung sogar noch die Leistung von einem Leistungsmesser mit aufnehmen. Die GPS Funktionen sind auch wie erwartet und die Auswertung der Daten am PC ist einfach und übersichtlich.