Rennrad

Rennbericht: 24H Zandvoort 2016

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Die Vorbereitung
Es war mal wieder soweit. Nach einer eher mittelmäßigen Vorbereitung, dank dem Wetter der letzten Wochen, wurden Donnerstag Abend die ersten Dinge gepackt, alles an den beiden Rädern kontrolliert und einen Plan für Freitag geschmiedet. Morgens arbeiten, dann nach Hause und packen, warten bis meine Freundin zuhause ist, den Wohnungsschlüssel bei meinen Eltern abgeben und dann mit dem hoch vollem Auto die drei Stunden bis Zandvoort zur niederländischen Küste fahren. Soweit so gut, gegen 20 Uhr waren wir dann nach einer angenehmen Fahrt, mit teilweise sehr starken Regenschauern auch angekommen und konnten anfangen unsere Box einzurichten. Kurz nachdem wir angefangen haben die ersten Sachen auszuladen kamen dann auch schon die anderen Fahrer aus unserem Team an.

Dieses Jahr durften wir mit zwei Vierer Teams und zwei Einzelfahrern für Rad am Ring an den Start gehen.
Ich war dabei wieder im zweiten der beiden Vierer Teams und bei uns ist immer ganz klar, dass wir keine Ambitionen zum Treppchen haben sondern einfach das fahren was für uns machbar ist.

Nachdem wir dann alles ausgepackt, die Feldbetten aufgestellt und noch ein wenig gegessen haben war es dann auch schon soweit uns ins Bett zu legen und versuchen so viel Schlaf wie möglich vor dem Rennen mitzunehmen.

Samstag morgen war dann erstmal entspannt. Alle haben ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt. Die verbleibenden Fahrer sind noch angekommen und haben sich eingerichtet. Insgesamt war es das Übliche. Es wurde ausgiebig gefrühstückt. Einen Bäcker haben wir in der Nähe leider vergebens gesucht. Dinge wurden von A nach B und wieder zurück geräumt. Rad Klamotten wurden angezogen. In der Zwischenzeit sind die Team Kapitäne zum Renn Briefing gegangen. Da ich diesen Job schon die letzten zwei Jahre übernommen hatte war ich diesmal nicht unglücklich das jemand anderes diesen doch recht langweiligen Job übernehmen wollte. Irgendwann war es dann aber tatsächlich soweit, dass alle zusammen auf die Einführungsrunde gegangen sind. Da das Wetter schon morgens nicht so klar war und es lange nach Regen aussah haben wir dann doch noch recht plötzlich entschieden mit auf die  Einführungsrunde zu gehen.
Die Einführungsrunde ist in Zandvoort immer eine schöne entspannte Sache. Alle Teams gehen mit allen Fahrern zusammen auf die Strecke. Da in Zandvoort eine Runde nur ca 4,3 Km hat gibt es hier eine schöne Möglichkeit auch zusammen mit dem Team ein paar Minuten auf dem Rad zu verbringen.

Das Rennen
Nach der Einführungsrunde geht es dann immer sehr schnell. Die Fahrer welche nicht starten bringen schnell ihre Räder in die Box und der Start Fahrer stellt sich zum Le-Mans Start auf. Alle Fahrer auf die rechte Seite der Strecke, die Räder auf die andere und wenn es dann los geht versuchen alle möglichst schnell, zumindest so schnell wie es Radschuhe mit Cleats drunter eben zulassen, zu ihren Rädern zu laufen und das Rennen zu eröffnen.
Da ich aber als vierter Fahrer eingeplant war hatte ich noch ungefähr drei Stunden Zeit bis das Rennen für mich losging. Also nochmal hoch in die Box, Essen, umziehen und hoffen, dass alles gut funktionieren wird. Mittlerweile sah das Wetter wieder etwas besser aus, nachdem es in der Nacht und am Morgen geregnet hat war es jetzt nur noch bewölkt. Nur der Wind wurde von Stunde zu Stunde stärker. Das wurde uns dann nach der ersten Stunde auch von unserem Start Fahrer bestätigt. Speziell auf der Zielgerade und einer langen gerade in der Mitte der Strecke herrschte starker Gegenwind. Nachdem Fahrer 2 und 3 ihre Stints gedreht hatten ging es dann auch bald für mich los. Runter aus der Box, nochmal alles am Rad checken und gründlich warm fahren. Der Fahrer vor mir hatte eine gute Gruppe bekommen und meine Aufgabe war es diese nach dem Wechsel wieder einzuholen um dann locker das Tempo mitfahren zu können.
Nach dem warm fahren dann also in die Wechselzone und warten. An dieser Stelle sollte ich noch kurz erwähnen, dass die Zeitnahme in Zandvoort immer über einen Transponder in einer Trinkflasche funktioniert. Also muss man beim Wechsel darauf achten, die richtige Flasche weiterzugeben.
Es musste aber so kommen wie es kam, unser Fahrer hatte nicht mehr daran gedacht und wollte mir direkt die falsche Flasche rüber geben. Leicht panisch, die Gruppe im Augenwinkel vorbeifahren sehend, macht ich ihm also dann klar, dass ich doch gerne die andere Flasche haben würde und dann ging es auch nach einer gefühlten Ewigkeit los für mich. Die Gruppe hatte in der Zeit natürlich nicht auf mich gewartet und so hieß es direkt das Loch, vielleicht 150 m, wieder zu schließen und die Gruppe einzuholen. Also raus auf die Strecke einmal in der sogenannten Tarzan Bucht beschleunigen, den Rückenwind auf der folgenden Gerade ausnutzen, dann in eine enge links kurve, in der man sich so in die Kurve legt, dass man glaubt jeden Moment mit dem Pedal auf den Asphalt zu kommen. Nach dieser Kurve kommen die beiden Highlights der Strecke, zwei aufeinander folgenden Dünen. Zwei größere Bodenwellen über die man am Anfang der 24H noch gefühlt rüber rollt, welche später aber sehr schmerzhaft sein können. Irgendwo kurz hinter den Dünen hatte ich die Gruppe dann endlich eingeholt. Die Beine wurden auch schon spürbar schwerer und freuten sich jetzt erstmal auf etwas Erholung im Windschatten. Die restlichen Runden des Stints waren recht unspektakulär ich bin dann einige Runden mit der Gruppe gefahren und habe mich dann nach ungefähr einer Stunde auswechseln lassen.

Die nächsten Stunden waren dann geprägt vom ständigen Blick auf die Strecke. Das andere unserer beiden 4er Teams war noch sehr gut im Rennen mit an der Spitze, wir hatten die ersten Runden verloren aber bei uns ging es ja auch zum Glück nicht um eine bestimmte Position.
Die Pausen sind bei einem 4er Team relativ entspannt. Man hat ungefähr drei Stunden Zeit um sich etwas auszuruhen, genügend zu Essen (ganz wichtig!) und sich danach wieder fertig zu machen.
Wir konnten immer wieder einige Zeit in den großen Gruppen mitfahren, leider hatten wir oft aber auch keine Gruppe und mussten uns alleine gegen den Wind schlagen, was sehr viel Zeit und noch mehr Kraft kostet.

Mein erster Nacht Einsatz war um ca 23:30 und für mich mein absoluter Tiefpunkt im Rennen. Eigentlich hatte ich vor möglichst lange zu fahren damit die anderen etwas mehr Pause zur Verfügung haben. Ich bekam aber keine Gruppe und fand auch sonst kaum Fahrer mit denen ich zusammen fahren konnte. Letztlich war ich aber immer noch so schnell, dass mich auch die große Gruppe erst nach ungefähr 50 Minuten eingeholt hatte und da  waren meine Beine dann schon so Platt das ich da nicht mehr mitfahren konnte. Da die Rundenzeiten immer weiter nach oben gingen lies ich mich dann doch auswechseln und hoffen, dass der nächste Fahrer mehr Glück mit der Gruppe hat.

Der zweite meiner Nacht Einsätze war eigentlich schon nicht mehr in der Nacht sondern eher am Anfang der Dämmerung. Am Anfang brauchte ich das Licht noch aber gegen Ende war es vollkommen Nutzlos. Der Stint lief dann auch deutlich besser als der davor. Nicht nur das ich diesmal eine funktionierende Gruppe gefunden hatte ist es immer wieder ein sehr gutes Gefühl nach der langen Nacht eines 24h Rennens morgens in die Dämmerung zu fahren und zu sehen wie wieder alles hell wird und auch generell wieder mehr Leben auf und um die Strecke zu sehen ist. Das Wetter war über Nacht nicht unbedingt besser geworden. Immer wieder gab es kurze Regenschauer und weiterhin starken Wind jetzt am Morgen aber konnte man langsam sehen, dass es besser wird. Nach dem ich dann die Flasche an den nächsten Fahrer übergeben hatte wurde in der Box besprochen wie die letzten Stunden aussehen würden.
Wir hatten uns einige Möglichkeiten überlegt uns aber dann dafür entschieden weiter bei ca 60 Minuten pro Stint zu bleiben, einfach aus dem Grund da wir alle nicht mehr so wahnsinnig viel Lust hatten und das bedeutete, dass weniger Wechsel übrig waren. Für mich bedeutete das, dass ich noch genau einen Einsatz hatte und danach fertig war.

Der letzte Stint war dann nochmal erwartet hart. Ich konnte recht lange mit der großen Führungsgruppe fahren. In den flachen Abschnitten bin ich immer ohne größere Anstrengung nach vorne gefahren damit ich auf den, mittlerweile sehr schmerzhaften, Dünen einige Positionen verlieren konnte ohne den Anschluss an die Gruppe zu verlieren. Irgendwann spürte ich dann das meine Beine das Tempo trotzdem nicht mehr lange mitmachen würden und ich hab mit dem Fahrer aus Team 1 abgesprochen, dass wir den Wechsel zusammen machen würden. Geplant war, dass wir noch drei Runden zusammen in der Gruppe bleiben um dann am Ende in der letzten Kurve vorne aus dem Feld zu gehen um den folgenden Fahrern den Weg zur Gruppe zu vereinfachen.
Kurz danach kam aber alles anders. Vor mir ließ jemand einige Meter zwischen sich und die Gruppe entstehen und fuhr wieder ran. Ich war dann kurz im vollen Gegenwind und hab vielleicht eine Sekunde zu spät reagiert und hatte keine Chance mehr an die Gruppe ranzukommen. Wenige Meter reichten schon in Verbindung mit den ziemlich leeren Beinen aus um mich also aus dem Feld fallen zu lassen.
Die letzten Runden waren dann entsprechen hart und langsam aber irgendwann konnte ich dann endlich wechseln und war fertig. Also nach oben in die Box, etwas ausruhen und dann zu einer schönen heißen Dusche.

Kurz später war das Rennen dann auch durch. Wir sind auf einem guten 15.ten Platz gelandet und alle insgesamt sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Team 1 hatte leider einen Angriff aus der Führungsgruppe verpasst und landete letztendlich in der Top 10. Unsere beiden Einzelstarter haben sich extrem gut gehalten, als wir nach den ersten paar Stunden das Tempo kaum glauben konnten und gedacht hatten die beiden würden noch irgendwann einbrechen landeten sie am Ende auf Platz 1 und 2.

Nachdem wir alle zusammen noch eine letzte Runde gefahren sind, ging es dann ans packen und nach Hause fahren, was nach einem 24h Rennen und ungefähr einer Stunde Schlaf in der Nacht auch nochmal eine ordentliche Aufgabe ist.

Schlussendlich will ich diesen Platz hier wieder nutzen um einen riesen Dank an das Team Rad am Ring auszurichten dafür das wir jetzt zum dritten mal als Team 2 starten durften und ein anstrengendes aber sehr schönes Wochenende in Zandvoort verbringen konnten. Außerdem natürlich noch einen riesen Dank an unsere Boxencrew Jan-Philipp, Pia und Tanja! Jan Philipp und Pia haben sich darauf konzentriert uns mit allem zu versorgen was wir so gebraucht haben, während Tanja sich nahezu die vollen 24h an der Strecke darum gekümmert hat, dass alle Fahrer zur richtigen Zeit fertig in der Wechselzone stehen.

 

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Ausblick 2016

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Um meine Pläne für 2016 verstehen zu können will ich erstmal einen Blick zurück auf 2015 geben. Ein absolut wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Jahr bisher, in meinem Leben. Es ging los mit dem Abschluss meiner Ausbildung als Fachinformatiker, ging dann weiter mit dem daraus folgenden Job wechsel und endete mit dem Zusammenziehen mit meiner Freundin.

Zwischendurch bin ich letztes Jahr trotzdem noch ein wenig zum Radfahren gekommen. Insgesamt ca 3400km. Für die meisten ist das nicht viel. Für mich ist das zumindest für das Jahr angemessen, da die Schwerpunkte anders verteilt waren. Trotzdem muss ich für mich rückblickend sagen, dass es auch sportlich für mich ein großes Jahr war. Die wenige Trainingszeit konnte ich sehr effizient nutzen und deswegen trotzdem meine Ziele erreichen. Das ging los mit dem Rennen in Hockenheim wo ich mein 200 Km Ziel erreicht habe und ging dann weiter mit den 24h Rennen in Zandvoort und danach der verregneten Eifel. Zum Schluss stand dann noch die Ardennen-Achterbahn in Spa an, welche ich leider nicht mit guten Erinnerungen verbinden kann, da es mir generell an dem Tag sehr schlecht ging. Zusammengefasst war 2015 ein Jahr in dem ich für mich die ersten richtigen Langstrecken-Erfahrungen machen konnte.

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Jetzt aber zum eigentlichen Thema. 2016 wird davon geprägt sein, weiter in Richtung Langstrecke zu arbeiten. Das bedeutet ich werde mir wieder Strecken und Rennen zusammenstellen bei denen ich möglicht viele Kilometer sammeln muss. Hockenheim findet dieses Jahr leider nicht statt aber als Ausgleich wäre vielleicht Bonn-Eupen-Bonn eine neue Herausforderung und auch deswegen von Interesse weil es dort bestimmt eine vollkommen andere Atmosphäre gibt als bei den Veranstaltungen die ich bisher gefahren bin.

Rad am Ring steht auch wieder ganz fest in meinem Terminplan. Ziel wird es dieses Jahr die Top 10 in der Altersklasse zu erreichen, nachdem wir diese letztes Jahr um eine lächerliche Runde verpasst haben. Gerne würde ich mir auch mal Rund um Köln ansehen und dann gegen Ende der Saison begleiche ich vielleicht noch meine Rechnung mit der En-Rouge in Spa.
Ganz aktuell sieht es so aus, dass ich mit dem Training wieder angefangen habe. Ich wechsel dabei zwischen Spinning und Zwift. Neben dem Beruf & Haushalt komme ich zwar zu weniger Training als ich gerne hätte aber das was schon immer für mich gilt: Ich fahre dann und das was mir Spaß macht. Ich muss damit kein Geld verdienen oder irgendwelche Rennen gewinnen. Mir geht es einfach nur darum Spaß zu haben.

Zusammenfassend versuche ich 2016 wieder Langstrecke zu fahren und immer größere Ziele zu erreichen.

Circuit Cycling Hockenheim 2015 (10H Rennen)

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Was ein Wochenende! Ich fange am besten ganz vorne an.

Donnerstag – Europapark
Das Wochenende ging erstmal nicht so Rad-typisch los denn wir haben die Chance genutzt (…wenn man schonmal da unten in Deutschland ist) und sind Donnerstags um 5 Uhr schon mit dem Auto los um in den Europapark zu gehen. Die vier Stunden Autofahrt vergingen fast wie im Flug und kurz nach 10 waren wir dann pünktlich vor Ort in Rust, haben unsere Eintrittskarten abgeholt und sind ohne weitere Umwege direkt in den Park gegangen.
Auch wenn es im Park voller war als geplant, denn was wir nicht wussten war, dass nebenan in Frankreich Feiertag ist. Trotzdem waren die Wartezeiten soweit ok und mit ca. 30 Minuten mussten wir, direkt morgens, beim Silverstar am längsten anstehen. Fast egal wie lange man warten muss; Erste Reihe im Silverstar ist es einfach wert. Weiter ging es dann durch den Park und seitdem wir Ingress spielen haben wir während den Wartezeiten eigentlich auch immer was zu tun.
Leider war der Tag dann gefühlt viel zu früh zu Ende und wir haben dann unsere Blockhütte im Park eigenen Camp Resort bezogen. Als soweit alles für die Nacht, aus dem viel zu vollem Kofferraum gesucht war, sind wir noch eine Runde um den See gelaufen und haben die abendliche Atmosphäre dort genossen.

Freitag – Straßbourg & Aufbauen am Ring
Am Freitag sind wir früh aufgestanden, waren kurz duschen und sind nach dem Frühstück direkt los Richtung Frankreich. Ein Parkhaus in Straßbourg war einfach zu finden, an der Altstadt (welche eigentlich unser Ziel war) sind wir ganz genau vorbei gelaufen und da wir keinen anderen Anhaltspunkt hatten sind wir dann bis zum Europäischen Parlament gegangen. Dort haben wir dann zwei nette Herren getroffen welche wir direkt auf Englisch angesprochen haben um zu erfahren wie man denn zur Altstadt kommt und was „Flammkuchen“ auf Französisch heißen würde. Ja, mein Schul-Französisch ist schon einige Jahre her und ziemlich eingerostet. Nach etwas schwierig zu verstehenden englischen Sätzen haben wir dann mitbekommen, dass die beiden auch aus Deutschland kommen und wir ja viel einfacher auf Deutsch reden können. Schnell haben wir dann erkannt das wir ganz genau an unserem eigentlichen Ziel vorbei gelaufen sind und wir nun noch einige Kilometer Fußmarsch zurück zur Altstadt haben. Die Touristen-Schiffe fuhren leider nicht an diesem Tag. Endlich in der Altstadt angekommen haben wir recht schnell ein kleines Restaurant gefunden und uns dort mit Flammkuchen vollgeschlagen. Kann ich jedenfalls nur empfehlen wenn man schonmal dort ist.
Danach sind wir wieder zurück zum Auto und sind die restlichen 1 1/2 Stunden bis Hockenheim gefahren. Dort angekommen hatte unser Navi etwas Probleme uns zur richtigen Einfahrt zu leiten. Als wir die dann aber auch gefunden haben hat Philipp auch schon auf uns gewartet und wir konnten zusammen auf das Gelände fahren.
Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen eine kleine Besichtigungsrunde auf dem Ring mit dem Auto zu fahren bevor wir dann bei unserer Parzelle angehalten haben und unser Zelt aufgebaut haben.
Da die anderen bekannten Gesichter vom Team Rad am Ring leider noch nicht vor Ort waren haben wir dann noch gegrillt und sind dann auch recht früh ins Bett gegangen, immerhin wussten wir schon das die 10H anstrengend werden würden.

Samstag – Race-Day
Jetzt aber zum eigentlichen Rennen. Ich bin genauso wie Philipp für das 10H-Rennen als Einzelstarter gemeldet. Wegen dem Abschluss meiner Ausbildung war das Training jedoch nicht gerade optimal und mit nur 800km in den Beinen ging es an den Start. Das erklärte Ziel war es 200km zu fahren.
Pünktlich ging es zur Fahrerbesprechung in der überraschenderweise gesagt wurde, dass Lenkeraufsätze nun doch erlaubt sind (hätte ich das mal früher gewusst…) und anschließend zum Start. Dort warteten dann auch endlich das Team Rad am Ring auf uns.
Start!
Der 4km Rundkurs selbst ist recht einfach zu fahren, es gibt lediglich eine 180 Grad Kurve die aber auch nicht besonders schwer ist, da die Rennstrecke sehr breit ist. Höhenmeter gab es auch fast keine dafür aber Wind. Viel Wind. Während die erste Hälfte der Runde locker gefahren werden konnte war die zweite Hälfte richtig schwer, besonders wenn man gerade alleine unterwegs war. 25km/h auf dem Tacho zu halten war nicht immer einfach.
Die ersten Runden habe ich mich dann erstmal nicht geschont und habe einfach Spaß gehabt und bin im Feld mitgefahren. Als ich dann meine Regenjacke anziehen musste war das Feld leider weg und ich war erstmal auf mich alleine gestellt. Ein guter Zeitpunkt den Schnitt dem eigenen Puls anzupassen und einen eigenen Rhythmus zu finden. Zwischenzeitlich bin ich dann immer mit Philipp oder anderen Gruppen gefahren. Die ersten 70km vergingen dann auch wie im Flug, 70km ist immerhin eine Distanz die ich gewohnt bin und locker fahren kann. Danach wurde es dann immer schwerer so, dass ich mir den Plan entworfen habe als erstes 100km und anschließend mit Pausen dazwischen zweimal 50km zu fahren.


Gesagt, getan. Nach den ersten 100km bin ich dann raus. Philipp der zuerst noch meinte 40km mehr zu fahren ist dann nach einer Runde mehr auch zum Zelt gekommen. Also der ideale Zeitpunkt sich zu besprechen, etwas zu essen und die Beine wieder locker zu machen.
Die anschließenden 50km waren dann schon deutlich schwerer als die ersten 100. Der Wind machte mir oft schwer zu schaffen und ich musste mich auf den letzten 20km dieses Abschnitts immer wieder Motivieren dran zu bleiben, Gruppen zu nehmen und meinen angepeilten Puls zu halten.
Danach diesmal eine etwas kürzere Pause als beim ersten mal und wieder zurück ins Rennen.
Jetzt habe ich direkt die Anzeige meines Tacho umgeschaltet um nicht zu sehen wann ich die 200er Grenze erreiche. Ich denke ich wäre nach den 200km sonst keinen Meter weiter gefahren. Ab jetzt war das Rennen richtig hart für mich. Ich wusste zwar das ich mein Ziel sehr wahrscheinlich erreichen werde aber ich wollte mehr und mich die letzten zwei Stunden nicht mehr schonen. Deswegen bin ich immer wieder Gruppen mitgefahren, nicht mehr auf den Puls geachtet, Kopf runter, schmerzen wegdenken und einfach nur noch fahren. War zwar sehr schmerzhaft aber genial. Zum ersten mal habe ich es wirklich geschafft meinen Kopf ruhig zu stellen und trotz der schweren Beine immer wieder das Tempo, zumindest für meine Verhältnisse, hoch zu halten und Gruppen mitzufahren. Bei kleinen Durchhängern zwischendurch kam eigentlich immer jemand vorbei der mich Motivieren konnte oder bei dem ich mitfahren konnte.
In den letzten 10 Minuten hatte ich dann noch das Glück, dass ich die Gruppe erwischt habe mit denen auch die meisten vom Team Rad am Ring unterwegs waren. So konnten die mich nochmal richtig Motivieren die letzten zwei Runden das Tempo hoch zuhalten und bei dieser schnellen Gruppe mitfahren zu können.
Kurz darauf war es dann aber endlich soweit. Die Zielflagge war erreicht und beim Blick auf den Tacho standen dort 210km.
Für mich ein absolut gutes Ergebnis. Philipp hatte etwas weniger Pause gemacht und am Ende ca 240km absolviert.

Abschließend war es hart, lang aber sehr genial. Nächstes Jahr werde ich vielleicht versuchen die 10H wirklich am Stück durch zufahren.

Strava Aktivität

Back on the road

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Es geht wieder los! Nachdem mein Training nach dem letzten Event im letzten Jahr doch ziemlich eingeschlafen ist habe ich pünktlich zum Anfang des neuen Jahres wieder angefangen die ersten Kilometer zu sammeln. Angefangen mit einigen lockeren Läufen habe ich den Rhythmus wieder gefunden und bin wieder regelmäßig draußen. Teilweise zum laufen und teilweise auf dem Rad.

Schon vor einigen Wochen habe ich ganz still und heimlich hier auf dem Blog meine Saisonplanung veröffentlicht. Anfangen werde ich mit einem oder zwei Halbmarathonläufen (je nach Form). Viel laufen möchte ich dieses Jahr trotzdem nicht im Training und mich mehr aufs Rennrad konzentrieren, da mein erstes A-Event das 10H-Rennen am Hockenheimring sein wird.
Hier will ich zum ersten mal testen wie ich mit dem Thema Langstrecke zurecht komme und mich einfach nur darauf konzentrieren möglichst lange im Sattel zu bleiben. Als Vorbereitung darauf habe ich mir vorgenommen mich Schrittweise an diese Dauer heranzutasten. Also Angefangen bei 3 Stunden dann 5 Stunden und auch einmal 7,5 Stunden.

CircuitCyclingHochkenheimring
CircuitCyclingHochkenheimring

Einen Monat später werde ich dann bei Rund um Köln starten. Dort werde ich mich an der 127km Runde versuchen, welche wohl nach dem hoffentlich erfolgreichem 10H Rennen absolut machbar sein sollte ohne mich speziell Vorbereiten zu müssen. Der einzige Unterschied sollte hier sein, dass ich nach den langen und eher flachen Trainingseinheiten für Hockenheim vermehrt Höhenmeter im Training sammeln werde.

RundUmKöln
RundUmKöln

Abschließend kommt dann wieder Rad am Ring an dem wir nach unserem 2er-Team Debüt im letzten Jahr jetzt unsere Leistung verbessern wollen. Aus den Fehlern im letzten Jahr werden wir hoffentlich die richtigen Schlüsse ziehen um dieses Jahr dann komplett durchfahren zu können. Dies wird dann meine insgesamt 6.te Teilnahme bei RaR. Die Vorbereitung hier sollte dann etwas von den beiden vorhergehenden Events haben. Die Ausdauer-Fähigkeiten vom 10H Rennen kombiniert mit noch mehr Berghärte als bei Rund um Köln.

RadAmRing
RadAmRing

Wie ihr seht habe ich mir wieder einiges vorgenommen und ich versuche mich von Jahr zu Jahr zu steigern und immer wieder neue Herausforderungen zu suchen.
Abseits von den Events selbst freue ich mich natürlich auch wieder darauf viele bekannte Gesichter zu treffen und auch hoffentlich viele und schöne Trainings Kilometer zu erfahren.

Rad am Ring 2014

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Pre-Race

Es ist Freitag Morgen. Wir stehen samt Mietwagen in meiner Einfahrt und haben es gerade so geschafft alles in den Kofferraum zu laden. Der Mietwagen ist zwar kleiner als gedacht (ein Kia Carens) ist aber sonst perfekt ausgestattet für die Fahrt zum Nürburgring. Nachdem das Navi uns umständlich zur Nordschleife navigiert hat waren wir trotzdem noch sehr pünktlich vor Ort. Die Mitarbeiter hatten leider weniger Ahnung vom Ablauf. Trotzdem sind wir gegen deren Anordnung schon bis zum richtigen Parkplatz vor gefahren und haben dort die restliche Stunde bis zur Öffnung des Fahrerlagers gewartet, immerhin waren wir ja nicht zum ersten mal dort.
Pünktlich konnten wir so in das Fahrerlager einfahren und unsere Box beziehen. Besser ausgerüstet als in den Jahren zuvor waren wir jedenfalls. Erfahrung macht sich bei 24H Rennen bezahlt! Dieses Jahr hatte wir nicht nur an Kleiderbügel zum trocknen der Trikots gedacht (die wir in der Regenschlacht letztes Jahr natürlich vergessen hatten) sondern hatten noch ein Kochfeld, einen Laptop zur Zeitmessung und Funkgeräte zur besseren Kommunikation dabei. Für nächstes Jahr wissen wir jetzt, dass die Kommunikation über Funkgeräte so gut funktioniert, dass wir den Laptop auch hätten weglassen können.
Auf dem Laptop hatten wir ein Excel Tool laufen mit dem wir unsere wechsel Strategie besser im Blick halten konnten. Das beste Feature des Tools ist allerdings, dass man eine Prognose bekommt zu welcher Zeit der aktuelle Fahrer zum wechsel wieder reinkommt. Gerade für unsere Ein-Frau-Boxencrew sollte dies eine riesen Erleichterung sein. Da wir aber die Funkgeräte dabei hatten konnten wir immer ab der Start-Ziel Gerade einfach kurz durchfunken und der wartende Fahrer hatte dann immer noch genug Zeit um sich fertig zu machen.
Eine weitere Neuerung dieses Jahr war, dass wir eine Rolle zum Ausfahren dabei hatten. Also nach jeder Runde ging es für 5 bis 10 Minuten auf die Rolle um bei einer hohen Kadenz ohne viel Druck das restliche Laktat aus den beanspruchten Muskeln zu spülen.
Nach dem aufbauen haben wir uns noch die Taktik geeinigt. Philipp wollte den Start fahren und dann haben wir uns vorgenommen tagsüber nach jeder Runde und Nachts nach jeder zweiten Runde zu wechseln.

 

Race-Day

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zur Fahrerbesprechung gegangen. Dort haben wir noch Joas getroffen. Später auf dem Weg sind uns dann noch Christian und Markus vom Velohome Podcast entgegen gekommen. Sehr schön endlich mal einige Menschen hinter den Twitter Namen kennen zulernen.
Danach ging es auch schon in die direkte Rennvorbereitung. Philipp machte sich auf den Weg in die Startaufstellung und ich machte mich allmählich fertig für meine erste Runde.
Der erste Wechsel verlief dann direkt erstmal nicht so gut. Das Funkgerät von Philipp hatte nicht funktioniert und so stand noch niemand draußen bereit. Wenigstens war ich schon fertig umgezogen. Also schnell raus. Transponderflasche einstecken und raus auf die Nordschleife.
Boxengasse raus, Links, Rechts, kleine Welle überfahren, Links runter in den Hatzenbach und erstmal den Speed genießen. Der Tacho geht hoch, 40, 50, 60 70km/h, dann die Welle am Flugplatz wegtreten (in den ersten Runden merkt man die ja kaum…) und wieder die Abfahrt genießen. Irgendwann den Rechtsbogen zur Fuchsröhre fahren, klein machen und gegenüber die Steigung hochrollen. Dann einige langsamere Abschnitte treten und ab der Spiegelkurve wieder auf den Lenker legen und durch die dreifach-rechts jagen. Vor Wehrseifen dann das erste mal kurz anbremsen und danach Ex-Mühle hoch, oder wie ich es gerne nenne der „Kettenspringerberg“. Nirgendwo sonst sieht man so oft Rennradler stehen, die sich verschaltet haben oder deren Kette abgesprungen ist. Ab hier heißt es dann Rhythmus finden und bis zur Hohen-Acht hochfahren. Danach hat man es dann eigentlich schon geschafft, nur noch den letzten welligen Streckenteil wegtreten, hoffen auf der Döttinger Höhe eine passende Gruppe zu finden und dann noch die 5 Minuten der GP-Strecke bewältigen. Dabei natürlich nicht vergessen auf Start/Ziel zu funken, dass man gleich an der Box steht und gerne den Transponder loswerden würde.
Endlich fällt die Anspannung vor dem Rennen, endlich durfte man wieder durch die Nordschleife fahren, jetzt heißt es regenerieren, der nächste Stint kommt früher als einem lieb ist.
Meine Strategie zwischen den Stints war diesmal so, dass ich mich immer noch kurz auf die Rolle gesetzt habe und danach habe ich mich entweder von unserem Physio-Team durchkneten lassen, habe etwas gegessen oder mich einfach nur auf mein Bett gelegt und entspannt. In den letzten Jahren, als ich noch im 4er Team unterwegs war, blieb dafür deutlich mehr Zeit. Gemütlich zu Subway laufen oder einfach mal eine halbe Stunde die Atmosphäre an der Strecke genießen waren dieses Jahr nicht mehr drin. Die Zeit zwischen den Stints verging wie im Flug. Kaum war man von der letzten Runde etwas heruntergekommen, ging es auch schon wieder raus auf die Strecke.
Bis zur ersten Doppelrunde, die ich fahren sollte, lief alles perfekt nach Plan und wir standen zwischenzeitlich auf Platz 53. Als ich nach der ersten Runde des Doppelstints dann zum Flaschen nachfüllen rein kam merkte ich aber schon das ich ziemlich fertig war und die zweite Runde sehr hart werden wird. Genauso kam es dann auch und ich konnte die zweite Runde nur sehr schwer beenden, brauchte 1:20h und kam völlig entkräftet wieder in der Box an. Mir war direkt klar, dass ich mehr als 2 Stunden Pause brauchen würde und habe mich direkt hingelegt und etwas geschlafen. Nach ca. 5 Stunden wurde ich dann wieder wach als Philipp gerade wieder auf eine Runde ging und habe erfahren, dass er nach seinem Doppelstint auch erstmal fertig war. Da er aber etwas früher wach geworden ist, fuhr er wieder als erstes.
Mir ging es zwar soweit wieder ganz gut, aber die Luft war erstmal raus. Ich bin dann auf eine lockere Runde mit meiner Freundin gegangen um dann kurz vor Ende die letzte Runde mit Philipp zusammen zu fahren.
Am Ende hatten wir dann 17 gewertete Runden und sind damit auf Platz 77 gesamt und Platz 13 in der Altersklasse gelandet. Ich selbst bin davon 8 Runden gefahren.
Mit der Leistung sind wir für unser 2er Team Debüt recht zufrieden. Klar es hätte besser laufen können, wenn wir die Nacht hätten durchfahren können, Aber viel wichtiger ist meiner Meinung nach, dass es auch hätte viel viel schlechter laufen können.
Was die Taktik angeht haben wir also gelernt, dass man einen Doppel-Stint Nachts nicht so einfach wegsteckt und sich besser darauf vorbereiten muss.
Das Ziel für nächstes Jahr steht fest! Durchfahren und Top 10 in der Altersklasse! Wir kommen jedenfalls wieder!

Strava Tools

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Strava ist ja für viele Sportler mittlerweile fest im Trainings Alltag eingebunden. Jedesmal das gleiche Ritual. Training, duschen, essen und dann die Trainings-Daten auf den PC laden und nach Strava übertragen. Das liegt wohl nicht nur daran, dass es mittlerweile zum Facebook für Sportler geworden ist sondern wohl auch daran, dass man dort die Daten über lange Zeiträume einfach und übersichtlich analysieren kann. Man kann sehen wann man wie viel gefahren ist, wann man an seinem Hausberg die schnellste Zeit geschafft hat und noch so einiges mehr. Die Fahrer die noch eine Portion mehr aus Strava herausholen möchten sind Premium Mitglied und zahlen sogar Geld dafür. Doch auch ohne bezahlen zu müssen kann man aus den hoch geladenen Daten eine Menge mehr herausholen als Strava es  selbst darstellt.
Mit einer offenen API haben auch andere Entwickler die Möglichkeit auf die Daten zuzugreifen und auf deren Basis eigene Tools zu schreiben, mit denen es sich meiner Meinung nach noch mehr lohnt die Daten jedesmal hochzuladen.

Das erste Tool, dass ich vorstellen möchte ist VeloViewer. Es ist sehr nah an einer klassischen Trainingsauswertung. Man bekommt eine Zusammenfassung aller Aktivitäten, Analysen einzelner Trainings und für Läufer interessant die besten Zwischenzeiten über verschiedene Distanzen. Strava typisch bekommt man auch hier eine Übersicht über den Fortschritt der eigenen Challenges und Segmenten. Bei den Segmenten fängt es aber schon an wirklich interessanter zu werden, denn bei jedem neuen Abgleich der eigenen Daten mit Strava kann man sehen in welchen Segmenten man besser geworden ist und in welchem Segmenten man doch noch einmal härter fahren sollte da man überholt wurde. Außerdem kann man sich bei den Segmenten ansehen wie der eigene Verlauf ist. Innerhalb einer Saison kann es ganz motivierend sein wenn man gezeigt bekommt, dass man am Hausberg von Training zu Training schneller hochkommt.
Also schaut euch dort einfach mal um. Für alle Datenjunkies ist VeloViewer die perfekte Erweiterung zu Strava.

 

Als nächstes kommt ein Tool für alle, die auch mal gerne neue Strecken im eigenen Revier finden würden. Denn mit dem Strava Multiple Ride Mapper bekommt man alle Aktivitäten auf einer Karte angezeigt. Die einzelnen Straßen werden dabei als Heatmap dargestellt, also je nach Farbe kann man direkt erkennen ob man oft oder eher selten auf der Straße unterwegs ist. Alleine das ist für mich schon ein Grund ab und zu dort mal vorbeizusehen. Man weiß zwar wo man oft unterwegs ist und wo nicht aber das ganze mal auf einer Karte zu sehen ist doch ziemlich interessant. Jetzt aber zum eigentlichen Nutzen der Karte. Mit dem Tool habe ich schon einige Straßen gefunden, welche ich sonst nie gefahren wäre. So habe ich Straßen gefunden die meine bisherigen „Standard“ Routen miteinander verbinden und mir so völlig neue Möglichkeiten beim Training geben. Durch das Tool lerne ich viele neue Strecken in meinem Gebiet kennen und fahre bei fast jedem Training über bisher unbekannte Strecken. Immer wieder neue Straßen zu entdecken bringt eine gute Abwechslung ins Training. Die Zeiten in denen ich jeden Tag die gleiche Trainingsstrecke gefahren bin sind jedenfalls vorbei.

Rennbericht 24h Zandvoort Team Rad am Ring

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Das ganze ging los als ich auf der Rad am Ring Seite eine News gelesen habe: „Team Rad am Ring sucht Fahrer!“. Ich habe nicht lange gewartet und direkt eine kurze Mail geschrieben in der ich mich und meinen sportlichen Verlauf bisher kurz vorgestellt habe, da dachte ich aber noch nicht, dass ich wirklich die Chance bekommen würde mitzufahren. In der Mail stand auch, dass ich dieses Jahr wegen der Marathon Vorbereitung erst ca. 1000km auf dem Renner gesessen habe. Trotzdem kam dann einige Tage später die Mail von Holger Kremers (Streckensprecher bei Rad am Ring):  Ich darf mitfahren! Ursprünglich wurden zwar nur zwei Fahrer gesucht aber da sich so viele gemeldet haben wurden insgesamt sechs Fahrer mitgenommen und statt einem Team gingen zwei Teams für das bekannte 24H Rennen auf der Nordschleife an den Start.

Team 1 ging mit der Last des Titelverteidigers an den Start (letztes Jahr unter schwierigen  Bedingungen zweiter geworden) während wir im zweiten Team einfach das fahren wollten was wir können. Ohne wichtiges Ziel. Einfach nur den Spaß am Event und der Rennatmosphäre genießen.

Die Anfahrt
Also ging es Freitag nach der Arbeit direkt los nach Troisdorf wo wir uns bei Holger getroffen haben um die beiden Autos für Zandvoort zu packen. Dafür hatten wir einen Kleintransporter und einen  größeren Kombi gemietet. Wir haben dann erstmal alle die eigenen Autos leer geräumt, alles auf einen großen Haufen geworfen und waren dann doch ziemlich erstaunt wie viel das ganze war. Immerhin hatten wir 7 Räder, einige Ersatz LRS, RaR Promo Material und Gepäck von 8 Personen mitzunehmen. Mit der Tetris Melodie im Hinterkopf haben wir aber dann doch noch alles in die beiden Autos bekommen. Das ganze hat zwar deutlich länger gedauert als geplant aber nach weiteren 3 Stunden auf der Autobahn sind wir dann in Zandvoort angekommen und konnten unsere VIP-Box beziehen. Danach waren wir noch kurz in Zandvoort etwas essen und dann hieß es schlafen und ausruhen für das Rennen am Samstag.

Morgens, gut ausgeschlafen ging es dann in die Fahrerbesprechung, welche größtenteils auf Niederländisch gehalten wurde. Verstanden haben wir trotzdem alles.

Die Strecke
Gegen halb 12 ging es dann für alle Fahrer auf eine erste Einführungsrunde. Den Kurs kann man leicht unterschätzen, sollte man aber nicht. 4,3km mit ca. 25hm. Hört sich nach nicht viel an. Trotzdem, 24h lang die 3-6% steilen Dünen hochzujagen ist irgendwann dann auch ziemlich schmerzhaft. Hinzu kommt natürlich auch noch, dass die Strecke direkt am Meer liegt und einem der Wind dementsprechend das Leben schwer macht.

Der Start
Unsere Strategie war es von Anfang an erstmal 5 Runden Stints zu fahren. Bei dem guten Wetter und nicht zu starkem Wind bedeutete dies, dass Rundenzeiten von 6 bis 8 Minuten gefahren wurden, also einzel-Stints von etwas über 35 Minuten.
Gestartet wird in Zandvoort ganz nach Le Mans Tradition. Räder stehen auf der einen Seite der Rennstrecke, Fahrer auf der anderen und beim Startschuss ist erstmal sprinten angesagt, natürlich mit Carbonsohle und Cleats unter den Füßen nicht ganz so einfach.

Das Rennen (Anfangsphase)
Die ersten Stints verliefen Problemlos. Ich konnte stabile Zeiten fahren zwischen 7 und 8 Minuten pro Runde. Leider musste ich viel alleine im Wind fahren, da ich selten passende Gruppen gefunden habe. Es gab zwar immer eine oder zwei große Gruppen bei denen ich auch einige Runden mitfahren konnte, meistens wurde dann aber bei den beiden Steigungen in den Dünen attackiert so, dass ich die Gruppe fahren lassen musste und wieder auf mich alleine gestellt war. In den Runden, die ich mit der Gruppe fahren konnte hatte ich aber auch entsprechend gute Zeiten um die 6:40 min bis 7 min. Alleine oder in kleineren Gruppen bin ich dann 7 min bis 7:40 min gefahren.
Immer im Hinterkopf, dass 24h ziemlich lang sind wollte ich auch nicht zu viel geben am Anfang.
Die Strecke selbst lag mir von Runde zu Runde besser. Durch meine beiden Stürze in den letzten Jahren bin ich gerade was kurven angeht ziemlich vorsichtig geworden, doch hier habe ich mich ziemlich schnell an das Tempo gewöhnt und konnte alles fahren ohne bremsen zu müssen. Im Gegenteil sogar, in den meisten Kurven konnte ich weiter kurbeln und hab somit schnell meinen Rhythmus gefunden.

Das Rennen (Nacht)
Für die Nacht hatten wir unsere Taktik etwas verändert. Wir haben uns vorgenommen länger draußen zu bleiben, damit die anderen Fahrer längere Pausen haben und sich etwas besser ausruhen können. In der Nacht musste ich deswegen auch nur einen Stint fahren. Die Runden bin ich von Anfang an etwas ruhiger gefahren als noch am Tag. Es wurden dann 8 Runden in meinem Nacht-Stint. Erst wieder alleine mit Rundenzeiten um die 8 Minuten, später hat sich um mich eine kleine Gruppe gebildet sodass wir uns die Arbeit im Wind teilen konnten und Rundenzeiten um 7:10 fahren konnten.

Das Rennen (Endphase)
Nachdem ich der Nacht etwa 2 Stunden schlafen konnte ging es mir morgens trotzdem nicht gerade gut. Der Magen rebellierte aufgrund der ganzen Gels und Riegel. Pro Stint habe ich meistens vorher ein Gel und nachher einen Riegel gegessen. Richtiges essen fiel mir auch an diesem Wochenende schwer zwischendurch. Nur eine Portion Nudeln vor meinem Nacht Stint habe ich geschafft und ansonsten fast nur Riegel. Dementsprechend schlecht wurden dann auch meine ersten Rundenzeiten die zwischen 8 und 9 Minuten lagen. Auf den letzten beiden Runden des Stints hat mich dann noch die große Gruppe eingeholt und unser Fahrer aus Team 1 hat mich auch noch einmal motiviert diese mitzugehen. Die beiden Runden waren zwar nochmal richtig hart aber ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet das Tempo mitgehen zu können. Auf der letzten Runde konnte ich dann sogar noch aus dem Feld springen und einen kleinen Vorsprung herausfahren, damit der Fahrer nach mir wieder direkt mit dem Feld fahren konnte.

Pünktlich um 12 Uhr war das Rennen dann auch endlich geschafft. Wir standen auf Platz 28 und Team Rad am Ring 1 stand auf Platz 11. Nachdem alle Fahrer ins Ziel gekommen sind haben sich alle Teams noch einmal auf der Strecke gesammelt um eine gemeinsame Abschluss-runde zu fahren.

Fazit
Insgesamt bin ich mit meiner Leistung soweit zufrieden. Ich konnte meine Kräfte ganz gut über die 24h einteilen und konnte meine Rundenzeiten relativ stabil über die Nacht bringen.
Allerdings hätte ich sehr wahrscheinlich mehr an den beiden Dünen arbeiten müssen um mehr im Feld fahren zu können. In der Gruppe konnte ich, abgesehen von den Dünen, recht gut mitfahren. Alleine war mein Schnitt deutlich langsamer aber ich konnte alle anderen Einzelfahrer meistens überholen und hatte auch schnell immer wieder welche in meinem Windschatten hängen. Deswegen denke ich das es vielleicht besser gewesen wäre an den Dünen bis an meine Grenzen zu gehen und mich dann auf dem Rest der Runde in den großen Gruppen etwas zu erholen. Ob ich dann aber mit stabilen Zeiten über die Nacht gekommen wäre weiß ich nicht.

In den 24h bin ich 42 Runden in 5:17:43 gefahren, das sind 176,4 km mit einem Schnitt von 33,5km/h. Meine schnellste Runde dauerte 6:42 min.

Insgesamt habe ich aber wieder viel lernen können. Viele Erkenntnisse für Rad am Ring dieses Jahr gesammelt. Wohl das bisher härteste Wochenende für mich auf dem Rad verbracht.

So möchte ich auch hier nochmal die Gelegenheit nehmen und mich bei allen aus dem Team bedanken, für die Möglichkeit Rad am Ring als Fahrer zu präsentieren, bei Dextro für das Sponsoring Paket  und natürlich bei unserer Boxencrew die sich die ganze Zeit um uns gekümmert hat.

Strava Links: 

Offizielle Bilder mit  mir:
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